Artikel in der PAZ

Peine-Rosenthal. Erfindergeist im Peiner Land: Die Rosenthalerin Alexandra-Ines Schwarz hat nach der Kastration ihres Rüden einen neuen Leckschutz für Hunde erfunden, der der herkömmlichen „Tüte“ Konkurrenz machen will. Immer wieder blieb der Rüde an Möbeln oder Büschen hängen und sorgte mit seinem Gepolter für schlaflose Nächte.

„Balou war so verstört, dass er immer hinter mir herlief und dabei hat er mir jedes Mal diese schreckliche Tüte in die Waden gerammt“, erinnert sich die Beaglezüchterin. Als nicht nur Möbel, Türen und Wände, sondern auch die Beine mit Kratzern übersät sind, reicht es der Rosenthalerin: „Ich hab überlegt, was man ändern könnte und da fiel mir dieses Sitzkissen ins Auge. Auf einmal hatte ich die Idee, dass durch ein paar Veränderungen ein toller, benutzerfreundlicher Leckschutz entstehen könnte.“

Vom Sitzkissen zum Leckschutz

Das war die Geburtsstunde von „Thorni“. Die kreative Rosenthalerin tüftelte immer weiter, denn der Prototyp hatte noch erhebliche Mängel: „Jeden Tag bastelte ich weiter, so entstand ein Leckschutz, der nicht mehr einschränkt.“ Das Erfolgserlebnis wird immer wieder durch die Reaktionen anderer verstärkt: „Der Tierarzt war begeistert, als er sah, dass mein Rüde wirklich nicht an der Wunde geleckt hatte, und immer wieder wurden wir von Passanten angesprochen, das war schon toll.“

Bevor Thorni in Produktion gehen konnte, musste die richtige Zusammensetzung gefunden werden. Das richtige Material beispielsweise sollte pflegeleicht, wasserabweisend und reißfest sein. „Wir haben aus Kostengründen Restposten von Industriestoffen gekauft und diese dann richtigen Härtetests, zum Beispiel mit Ketchup, Mayonnaise und Senf unterzogen – so lange, bis es gepasst hat“, erinnert sich Alexandra-Ines Schwarz lachend.

Den kaufmännischen Bereich überlässt die Erfinderin ihrem Mann Jochen, der auch der Geschäftsführer der Firma ist. „Ohne ihn und seine tolle Unterstützung hätte es Thorni vermutlich nie auf dem Markt gegeben.“ Der Kragen und die Marke Thorni sind geschützt, und seit 2007 kann man den Leckschutz in verschieden Größen für etwa 50 Euro über den Tierarzt beziehen. „Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen: Neben weiteren Optimierungen plane ich eine Erweiterung des Sortiments, beispielsweise durch einen noch größeren Kragen, und verschiedene Sonderserien, beispielsweise mit Stickereien. Außerdem sollen die Krägen über Tierärzte ausleihbar sein“, sagt die Rosenthalerin. „Ich glaube an meine Erfindung. Ich weiß einfach, dass Thorni wirklich Sinn macht – und die positiven Rückmeldungen bestärken mich darin.“

 
 
 
 

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